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The ornate black-lacquer and gold Karamon Gate at the entrance to Nijo Castle's Ninomaru Palace in Kyoto
Wie Japan funktioniertVon Kei · In Japan geboren und aufgewachsenAktualisiert 12 Min. Lesezeit

Lohnt sich die Burg Nijō? 256 Stimmen von Besuchern aus dem Ausland und aus Japan

In Kyoto gibt es so viele Tempel und Sehenswürdigkeiten, dass sie nach ein paar Tagen ineinander verschwimmen. Die Burg Nijō wirft man da leicht in denselben Topf: noch ein Ticket, noch ein Schild mit „Fotografieren im Inneren verboten“, noch eine Tafel, die auf das UNESCO-Welterbe hinweist. Dann stehst du vor dem Karamon-Tor, dem Tor zum Ninomaru-Palast. Über dem Durchgang sitzen farbenprächtige Schnitzereien mit Kranichen, Kiefern, Bambus und Pflaumenblüten. Spätestens hinter diesem Tor fühlt sich die Burg nicht mehr wie ein weiterer Punkt im Reiseplan an.

Die kurze Antwort aus den gesammelten Stimmen lautet: Ja, der Besuch lohnt sich. Internationale Besucher, die dort waren, und japanische Besucher, die ihre Bewertungen auf Japanisch geschrieben haben, kommen auf fast genau denselben Anteil. Diese Übereinstimmung ist das aufschlussreichste Ergebnis dieses Artikels.

Lohnt es sich? (in den Worten der Besucher)

Für die erste Übersicht haben wir 161 Beiträge von internationalen Besuchern zusammengetragen, die in der Burg Nijō waren. Sie stammen von TripAdvisor, Google Maps, Reddit und aus dem Forum von japan-guide.com, und jeder Beitrag zählt genau einmal. So verteilen sie sich:

Lohnt den Besuch
83%
Gemischte Gefühle
13%
Enttäuscht
4%
Wer diese Stimmen sind: Internationale Besucher, die in der Burg Nijō in Kyoto waren, meist aus ihren Bewertungen auf TripAdvisor und Google Maps, dazu Beiträge auf Reddit und im Forum von japan-guide.com. Die Balken zeigen, wie sich die 161 Stimmen verteilen. Das ist eine Sammlung von Stimmen, keine Umfrage. Es handelt sich um Bewertungen von Menschen, die sich bereits für einen Besuch entschieden hatten, weshalb wohlwollende Stimmen naturgemäß überrepräsentiert sind.

Was den Begeisterten im Gedächtnis bleibt, sind bestimmte Räume und Einzelheiten, keine Punktzahl. Auf TripAdvisor erzählt jemand von dem Raum, in dem die Rückgabe der Regierungsgewalt an den Kaiser nachgestellt ist, also das offizielle Ende des Tokugawa-Shogunats. Lebensgroße Figuren stellen die Szene dar, „sodass man das Gefühl hat, tatsächlich Zeuge der Geschichte zu werden“. Für das Innere des Ninomaru-Palastes zahlt man extra. Wer nach dem Rundgang auf TripAdvisor davon berichtete, schreibt dazu: „Das ist den Aufpreis auf jeden Fall wert.“ Auf Google Maps fasst es jemand kurz und direkt zusammen: „Das Innere lohnt sich zu 100 %.“

Der rote Teil ist klein, 6 von 161 Beiträgen, und wo ein Grund genannt wird, ist er sehr konkret. Eine Person auf TripAdvisor erlebte das Personal am Eingang als „herrisch und aggressiv“. Eine andere hielt das Zusatzticket für den Honmaru-Palast für nicht wirklich lohnend, zumal man dort nicht fotografieren darf. Die Wandmalereien seien Kopien, und bei Originalen könne man die strenge Regel eher verstehen. In dieselbe Richtung geht ein Beitrag auf Google Maps, nur auf die ganze Burg bezogen: Das meiste, was man zu sehen bekomme, seien Reproduktionen. Für jemand anderen ist der Eintrittspreis Abzocke. Zwei Stimmen nennen gar keinen Grund. Auf Google Maps steht nur, die Burg sei „nicht gut auf Touristen eingestellt“, und im Forum von japan-guide.com fand jemand die Burg Nijō „etwas enttäuschend“.

Wie japanische Besucher dieselbe Burg erleben

Die zweite Übersicht beruht auf 95 Bewertungen, die japanische Besucher selbst geschrieben haben: auf der japanischsprachigen Seite von TripAdvisor, auf Google Maps und auf 4travel. Auch hier zählt jede Bewertung einmal.

Sehr geschätzt
84%
Kommt darauf an
12%
Unschöne Erlebnisse
4%
Wer diese Stimmen sind: Japanische Besucher, meist aus ihren eigenen Bewertungen auf der japanischsprachigen Seite von TripAdvisor, dazu Bewertungen auf Google Maps und auf 4travel. Die Balken zeigen, wie sich die 95 Stimmen verteilen. Das ist eine Sammlung von Stimmen, keine Umfrage. Es handelt sich um Bewertungen von Menschen, die sich bereits für einen Besuch entschieden hatten, weshalb wohlwollende Stimmen naturgemäß überrepräsentiert sind.

Hier sind es 84 %, bei den internationalen Besuchern 83 %. Die beiden Gruppen von Bewertungen sind unabhängig voneinander entstanden, und trotzdem ist der Anteil fast gleich. Auch die japanischen Besucher, etwa aus Kumamoto oder Tokio, schreiben über dieselben Räume wie die Gäste aus dem Ausland.

Jemand aus Kumamoto ging durch den Palast, in dem Tokugawa Yoshinobu die Rückgabe der Regierungsgewalt an den Kaiser verkündete, und stellte sich dabei Shogun und Fürsten als heutigen Premierminister und Präfekturgouverneur vor. In dieser Vorstellung reiht sich vor dem Eingang des Palastes eine Kolonne von Chauffeurwagen, in den ersten Räumen wartet das Begleitpersonal, im Empfangsraum wird der Gouverneur begrüßt, und in der Großen Halle trifft er schließlich den Premierminister. So betrachtet hatte der Rundgang „noch einmal einen anderen Reiz“, und das Fazit lautet: „Der Ort ist ein anderer, aber was man tut, ist in der Edo-Zeit und heute dasselbe.“ Aus Tokio schreibt jemand über die Gänge: „Der ‚Nachtigallenboden‘, der beim Gehen durch den Flur quietscht, hat Charme.“ Und über die Räume: „Drinnen reihen sich an golden glänzenden Wänden Malereien von Tigern, Kiefern und mehr, ein prächtiger Anblick.“

Auch der rote Balken ist hier schmal, 4 von 95 Bewertungen, und die Gründe betreffen meist den Ablauf des Besuchs, nicht die Gebäude. Eine Bewertung stammt aus der Zeit, bevor der Honmaru-Palast 2024 wieder öffnete, als er noch wegen Reparaturen geschlossen war. Damals war es im Ninomaru-Palast so kalt, dass die Beine wehtaten. Dazu kam ein verlorener Buspass: Im Büro hieß es zuerst, er sei nicht abgegeben worden, und erst beim dritten Gang dorthin bekam die Person ihn zurück. Eine weitere Person aus Tokio fand im Honmaru-Palast nichts, was sie interessierte, und auch das Video zu Beginn nur mäßig. Dazu kamen die Hinweise des Personals: „Von den Aufsehern, die ständig auf irgendetwas hinwiesen, etwa nicht auf die Ränder der Tatami zu treten, hatte ich genug, und ich empfand es als Verschwendung von Zeit und Geld.“ Über den Ninomaru-Palast schreibt dieselbe Person dagegen, er sei als einer der historischen Schauplätze der Edo-Zeit „einen Blick wert“. Die dritte Kritik gilt nicht dem normalen Besuch am Tag, sondern einer zeitlich begrenzten Abendveranstaltung mit Projection Mapping, die extra kostet: „Weil Wochenende war, habe ich ¥1.800 bezahlt, aber wert war es ¥200.“ Für den Preis war das zu wenig. In der vierten Bewertung geht es um eine unfreundliche Person am Empfang und um den Goshuin, einen Stempel: „Die Goshuin waren schon fertig bedruckt und einfach aufeinandergestapelt, sodass sie sich nicht besonders wertvoll anfühlten.“

Teich im Ninomaru-Garten der Burg Nijō an einem sonnigen Tag, mit großen Steinen am Ufer, einer geraden Mauer aus behauenen Steinen auf der anderen Seite des Wassers, Kiefern und anderen Bäumen und einer Rasenfläche dahinter
Der Ninomaru-GartenPhoto by そらみみ (Soramimi) / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Vor dem Besuch

Was Besucher geantwortet haben

Tickets vorher kaufen?

108 Personen haben auf Google Maps geantwortet (25. September – 19. Oktober 2026)

  • Ja33
  • Nein55
  • Weiß nicht20

Wartezeit bis zum Einlass

116 Personen haben auf Google Maps geantwortet (25. September – 19. Oktober 2026)

  • Keine Wartezeit79
  • Bis 10 Min.30
  • 10–30 Min.6
  • 30–60 Min.0
  • 1 Std. oder mehr1

Das sind Antworten auf die Fragen, die Google Maps beim Schreiben einer Bewertung stellt, ausgezählt aus den neuesten Bewertungen dieses Ortes in allen Sprachen. Es handelt sich um ausgezählte Antworten, nicht um eine Umfrage, und die Wartezeit hängt von Wochentag und Jahreszeit ab.

Was du vor dem Besuch wissen solltest

In den Gängen des Ninomaru-Palastes liegen die sogenannten Nachtigallenböden (Uguisu-bari). Nach der offiziellen Erklärung der Burg reiben Metallklammern unter dem Boden an den Nägeln in den tragenden Balken, sodass bei jedem Schritt ein Laut wie Vogelgezwitscher entsteht. Kyotos offizielles Reiseportal Kyoto Travel beschreibt den Boden als Alarm gegen Eindringlinge, und in 7 Beiträgen dieser Sammlung ist ebenfalls davon die Rede, in 5 aus dem Ausland und in 2 aus Japan. Auf der offiziellen Seite der Burg zum Ninomaru-Palast heißt es in der englischen Fassung dagegen, diese Erklärung sei ein Irrtum, und ein anderer Zweck wird dort nicht genannt. Erwähnt wird der Boden in 18 der 161 internationalen und in 10 der 95 japanischen Beiträge. Wenn du selbst darüber gehst, hörst du, wie sich der Klang mit jedem Schritt verändert.

Gut zu wissen, bevor es dich enttäuscht: Viele der goldenen Wandmalereien im Ninomaru-Palast sind Reproduktionen, die als Ersatz für die Originale angefertigt wurden. Die Burgverwaltung tauscht in einem laufenden Projekt die Originale im Palast gegen solche Kopien aus. Insgesamt hat der Palast mehr als 3.600 Wand- und Schiebetürmalereien, von denen 1.016 als Wichtiges Kulturgut eingestuft sind. Viele stammen aus der Kan'ei-Zeit (1624 bis 1644) und von Malern der Kanō-Schule. Die Originale werden getrennt aufbewahrt und in wechselnden Ausstellungen in der Gemäldegalerie auf dem Burggelände gezeigt. Der Eintritt dort kostet ¥100 zusätzlich zum Burgeintritt. Zwei Stimmen raten unabhängig voneinander dazu, das Geld auszugeben, eine aus dem Ausland auf TripAdvisor und eine aus Japan auf Google Maps. In der zweiten heißt es: „Unbedingt die ¥100 extra zahlen und auch ins Nebengebäude gehen!“

Ob sich der Besuch für dich lohnt, hängt auch davon ab, welches Ticket du kaufst, und davon gibt es drei Arten. Mit dem Burgeintritt für ¥800 kommst du auf das Gelände und in die Gärten. Für den Ninomaru-Palast mit seinen Wandmalereien und Böden brauchst du das Kombiticket aus Burgeintritt und Ninomaru-Palast für ¥1.300, das du nicht reservieren musst. Beim Honmaru-Palast kann man sich leicht vertun. Für ihn brauchst du ein eigenes Ticket für ¥1.000 und dazu den Burgeintritt, und dieses Ticket musst du vorab online kaufen. Am allgemeinen Informationsschalter auf dem Burggelände gibt es am selben Tag nur wenige Karten. Drei internationale Besucher hatten keine Reservierung für den Honmaru-Palast, sahen nur das Gelände und den Ninomaru-Palast und waren mit ihrem Besuch trotzdem zufrieden.

Stützmauer aus großen behauenen Steinen, die sich im ruhigen Wasser des Burggrabens der Burg Nijō spiegelt
Der innere Burggraben und seine SteinmauerPhoto by René Haas / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Die Burg Nijō so erleben, dass sich alle freuen

Wenn dir der Honmaru-Palast wichtig ist, buch das Ticket online, am besten schon vor der Reise. Der Onlineverkauf beginnt 30 Tage vor dem Besuchstag. Karten für denselben Tag gibt es nur wenige, und ohne Buchung kann dein Tag so aussehen wie bei den drei oben erwähnten Besuchern, also nur mit dem Ninomaru-Palast.

Plane mehr Zeit ein, als die Fotos vermuten lassen. Nach den Angaben der Burg brauchst du für den Ninomaru-Palast und den Ninomaru-Garten 1 bis 1,5 Stunden. Kommen der Honmaru-Palast und der Honmaru-Garten dazu, sind es insgesamt 2,5 bis 3 Stunden, je nachdem, wie zügig du gehst.

Schau vor dem Kauf nach den Schließtagen. Der Ninomaru-Palast ist im Januar, Juli, August und Dezember an jedem Dienstag geschlossen, und der Honmaru-Palast bleibt am dritten Montag jedes Monats und am Tag danach zu. Vom 26. Dezember bis zum 3. Januar sind beide Paläste geschlossen.

In beiden Palästen ziehst du am Eingang die Schuhe aus. Schuhe, die du schnell aus- und wieder anziehen kannst, sind praktisch, aber auch die Socken machen einen Unterschied: Nimm welche, in denen du bequem über Holzböden gehst. In 4 der 95 japanischen Bewertungen ist von kalten Böden in den Gängen die Rede, und in 3 davon werden dicke Socken empfohlen. In einer steht: „Der Flur mit dem Nachtigallenboden ist kalt, deshalb braucht man dicke Socken.“

Fotografieren darfst du am Karamon-Tor, in den Gärten und in der Gemäldegalerie, dort allerdings ohne Blitz, Stativ oder ausgezogenen Selfie-Stick. In beiden Palästen sind Fotos und Videos nicht erlaubt. Die Burg begründet das mit den engen Gängen und mit dem Schutz der Kulturgüter.

Es kann passieren, dass dir jemand vom Personal kurz angebunden begegnet. In 4 der 10 kritischen Beiträge kam das vor, einmal bei einem Besuch aus dem Ausland und dreimal bei japanischen Besuchern. Es ging um den Eingang, um Hinweise zu den Rändern der Tatami, um das Fundbüro und um den Empfang. Hinweise wie der, nicht auf die Tatami-Ränder zu treten, dienen dem Schutz der Kulturgüter. Typisch ist so eine Begegnung nicht, denn es sind 4 von 256 Beiträgen. Andere haben es aber auch erlebt, und wenn dich jemand kühl empfängt, liegt das nicht an dir.

Mit genug Zeit und den richtigen Tickets siehst du, was beide Gruppen gesehen haben: das Karamon-Tor, den Boden, der bei jedem Schritt wie ein Vogel klingt, den Garten und die Große Halle (Ōhiroma), in der 1867 die mehr als 260 Jahre lange Herrschaft der Tokugawa offiziell endete. In welcher Sprache die Bewertungen auch geschrieben sind, ihre Verfasser kommen am Ende zum selben Schluss.


Du überlegst noch, welche berühmten Orte auf einer kurzen Reise wirklich einen Platz verdienen? Fang mit worauf es in Japan wirklich ankommt an. Und wenn du den Rest der Kyotoer Innenstadt planst: Der Nishiki-Markt liegt südöstlich der Burg und ist zu Fuß erreichbar.

Quellen

WMJS wird in Japan von einem Japaner geschrieben, der Ihnen sein Land ein wenig näherbringen möchte, und mit KI-Hilfe ins Deutsche übertragen. Wir prüfen jede Seite, aber Deutsch ist nicht unsere Muttersprache. Wenn ein Satz seltsam klingt, sagen Sie es uns. Ein Satz genügt.

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